Vom Kümmern - Angelika Zöllner publiziert einen neuen Roman

Schon in unserer Jubiläums-Anthologie "Von allen etwas" hat Angelika Zöllner Einblick in ihre Erfahrungen beim wöchentlichen Besuch einer befreundeten Seniorin gegeben, die zunehmend dement und "schwierig" wird. In Form tagebuchartiger Notizen, genau beobachtend - literarisch feinsinnig - ohne Pathos, so schilderte Angelika ihre wechselnden Erfahrungen, die ihr das "Kümmern" einerseits schwer machten und andererseits immer wieder auch mit überraschenden, alltäglich-situativen Sinn füllten. Bewundenswert fanden wir Angelikas Gespür für gehaltvoll-lebendige Details und beglückend, die die Erzählung trotz allem durchziehend ehrlich-wahrhaftige Mitmenschlichkeit.
Jetzt ist dieser Bericht - wesentlicher umfangreicher und zu Ende erzählt - beim Berliner Beggerow-Verlag als Buch erschienen. Die Titel immer noch "Freitags gehe ich zu ihr", ISBN: 978-3-936103-57-1, Preis: 11,90 €.

In Wuppertal zu kaufen gibt es das Buch schon im lokalen Buchhandel (Glückbuchladen, von Mackenensen); Online bestellt werden kann es direkt beim Verlag per Mail an:  beggerow [a] web.de

Hier der Klappentext des Buches: "In einer Zeit, in der alte Menschen nicht einmal Weihnachten nach Hause geholt werden, in einer Zeit, in der BesucherInnen ausbleiben, wenn der Pflegezustand zunimmt, in einer Zeit, in der Hoffnung an Boden verliert, macht die Autorin sich auf den Weg. Freitags geht sie zu ihr, später auch an anderen Tagen. Frau A., einst bekannte Frau der lokalen Kunstszene, wird bettlägerig. Irgendwann kommt niemand mehr außer der engelhaften Nachbarin und dem engagierten Pflegepersonal eines privaten Dienstes. Auch hat die Pflegebedürftige ihre Launen. Selbst die Autorin unterbricht eine Weile, um ihre Besuche dann wieder aufzunehmen. Und es gelingt. Von zartem Händedrücken bis zu ausführlichen Antworten glückt so manches, auch wenn am Ende fast nur Singen der altbekannten Lieder möglich ist. Behutsam wird beschrieben, nicht gedeutet, was die Sterbende in ihren Zwischenreichen manchmal wahrnimmt und schwer erklärbar ist. Die Welt flieht vor dem Sterben, vor Krankheiten. Manchmal findet sich jemand, der unsere Spuren sucht..."

Dass Angelika mit ihrem Buch ein aktuelles gesellschaftliches Thema anspricht, dokumentiert sich nicht zuletzt in dem Ort und Zeitpunkt der geplanten Buchpräsentation: Offiziell vorgestellt werden soll es im Rahmen der TEA-Jahrestagung vom 11.10. bis 14.10.2017 in Berlin, die sich - in Kooperation mit der Uni Wien dem Thema Sorge Kultur stellt. Das TEA ist das Berliner Tagebuch- und Erinnerungsarchiv - siehe hier: http://www.tea-berlin.de/

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